Herausgegeben von
Udo Bayer und Cornelie Leopold

zeichenereignis – ereigniszeichen
elisabeth walther-bense zu ehren
(ihres 70. Geburtstags)
Sonderausgabe SEMIOSIS 65–68

1. Auflage 1992

AGIS Verlag Baden-Baden
350 Seiten, 21 x 14,7 cm
kartoniert, 29,20 EUR
ISBN-13 978-3-87007-042-7
ISSN 0170-219X

Festschrift zum 70. Geburtstag Elisabeth Walther-Benses. Mit zahlreichen Beiträgen der Autoren von SEMIOSIS, Internationale Zeitschrift für Semiotik und Aesthetik.


INHALT

Udo Bayer/
Cornelie Leopold

Vorwort

7

Shutaro Mukai

Elisabeth-Labyrinth

9

Erwin Bücken

Erste Rose im Garten
Für Elisabeth Walther-Bense zum 70. Geburtstag

10

Rosemarie und Fried Alstaedter

Dank

19

Hannelore Busse

Besuch bei Jean Giono

21

Heloisa Bauab

Breve Jogo do Sentido para Elisabeth Walther-Bense – Kleine Sinnspielerei für Elisabeth Walther-Bense

22

Jan Peter Tripp

»Eine Calla für E.«

27

Klaus Oehler

Der Pragmatismus als Philosophie der Zukunft. Die gegenwärtige Lage der Philosophie in Deutschland

28

Gérard Deledalle

Charles S. Peirce et les Transcendantaux de l’Etre

36

Wojciech Kalaga

Signs and Potentiality

48

Hanna Buczyńska-Garewicz

Does Semiotics Lead to Deconstruction?

55

Alfred Toth

»Wie die ›wahre Welt‹ endlich zur Fabel wurde«. Zur Zeichentheorie Friedrich Nietzsches.

61

Wil Frenken

Portrait EWB

71

Angelika Jakob

Reina Virginia

74

François Molnar

Contours d’une esthétique sous-corticale

75

Jorge Bogarin

Symplerosis: Über komplementäre Zeichen und Realitäten

87

Jens-Peter Mardersteig

sign-event – segno del evento

96

Regina Claussen

Einsamkeit – Zur Begriffsgeschichte eines Gefühls

99

Angelika Karger

Beredtes Schweigen. Vorläufige Bemerkungen zur Ästhetik des Schweigens

109

Karl Herrmann

Distribution für Elisabeth Walther

118

Wolfgang Berger

Kleines Organon für Ausstellungen

120

Matthias Götz

»Sprechende Gegenstände«.

128

Armin und Barbara Mehling

Für Elisabeth

141

Haroldo de Campos

Francis Ponge: Visuelle Texte

142

Margarita Schultz

Divergencies Between Linguistic Meaning and Musical Meaning

147

Hans Brög

Ein Drittel Trilogie für Elisabeth Walther. – Joseph B. –

156

M. Drea

Les funambules

161

Barbara Wichelhaus

Gedanken zu einer Grundlegung der Kunsttherapie

162

Xu Hengchun

Semiotische Untersuchung der Produktgestaltung

174

Barbara Wörwag

Ingenium Doctrina et Literis Formandum. Emblematische Weisheit semiotisch betrachtet

179

Udo Bayer

Das Ornament als ästhetische Eigenrealität

185

Reinhard Döhl

Rom, Ansichten

205

Felix von Cube

Fernsehverhalten und Fernsehpädagogik aus der Sicht der Verhaltensbiologie und der Zeichentheorie

209

Gerd Jansen

Semiotische Grundlegung einer Pädagogik des Erlebens

220

Dolf Zillmann

Psychologie der Rhetorischen Frage

235

Ottomar Hartwig

Elisabeth Walther-Bense. Beweglich und kämpferisch in vorderster Front auch mit 70

244

Cornelie Leopold

Computersimulation

246

Georg Nees

Metamorphosen – Eine Übung in Morphographie

258

Frieder Nake

Eine semiotische Betrachtung zu Diagrammen

269

Maria Heyer-Loos

Blumen-Stück

281

Engelbert Kronthaler

Zahl – Zeichen – Begriff. metamorphosen und vermittlungen

282

Solange Magalhães

Rio 77

303

Josef Klein

Das normsemiotische Oktogon – Zum Ausschluß des Subalternations-kombinierten-Ross-Paradoxes mittels der kovariant-funktor-strikten Implikation im deontischen Achteck bzw. deontischen Sechseck bzw. deontischen Quadrat und zu deren zeichentheoretischen Behandlung sowie zur Unverträglichkeits-Bestimmung deontischer Operatoren im Prädikatenprädikaten-Kalkül

305

Günter Neusel

Pfeiler

329

Ilse Walther-Dulk

Auf der Suche nach einem passenden Ort zum Philosophieren

330

Anschriften der Mitwirkenden

350



VORWORT

Auch ein Geburtstag ist ein Zeichen-Ereignis mit Ereignis-Zeichen, die autoreproduktiv weitere in Gang setzen; dieser Band mit Aufsätzen und ästhetischen Gestaltungen repräsentiert unseren Glückwunsch und Festtagsgruß an Elisabeth Walther-Bense, die am 10. August 1992 siebzig Jahre alt wird. Selbstverständlich spielt der gewählte Titel dieser Festschrift auf das zentrale Forschungsgebiet der Jubilarin an, dem ihre Arbeitskraft seit nunmehr drei Jahrzehnten gilt: die Semiotik.

Als Marksteine ihres Werkes seien die erste deutschsprachige Auseinandersetzung mit der Semiotik von Charles Sanders Peirce in einem Zeitschriftenaufsatz von 1962 genannt, alsdann die erste große Monographie über Francis Ponge 1965, hervorgegangen aus der Habilitationsschrift, des weiteren die Allgemeine Zeichenlehre 1974 und schließlich die große Peirce-Monographie 1989. Die Analyse der Dichtungen Ponges zeigt, in welchem Maße Elisabeth Walther-Bense hier bereits neben einer literaturtheoretischen Basis die wissenschaftlichen Grundlagen auch ihres Mathematik-Studiums für eine neue Sichtweise auf den literarisch-ästhetischen Text fruchtbar macht. Gerade in ihrem Werk läßt sich der wichtige wissenschaftsgeschichtliche Übergang von der numerischen Ästhetik zur umfassenderen semiotischen Ästhetikkonzeption nachzeichnen.

Mit ihren zahlreichen Übersetzungen – insbesondere wichtiger Schriften von Charles Sanders Peirce – bewirkte Elisabeth Walther-Bense eine zunehmende Rezeption dieses Autors im deutschsprachigen Raum. Ihre großen Sprachkenntnisse erleichterten das Knüpfen vieler internationaler wissenschaftlicher Kontakte, wie mancher Beitrag dieses Bandes zeigt.

Der Allgemeinen Zeichenlehre kommt die Rolle eines – auch in Übersetzungen vorliegenden – wichtigen Standard-Einführungswerkes in die Semiotik zu. Diese Allgemeine Zeichenlehre und die Peirce-Monographie komplettieren die mit Max Bense in gemeinsamer und anteilsmäßig sicher überhaupt nicht zu scheidender, sondern vielmehr sich vollkommen ergänzender Zusammenarbeit entwickelte Stuttgarter Semiotik. Ihrer beider »Schule« übte, wie die Herkunft von den unterschiedlichsten Studienrichtungen zeigt, eine große Anziehungskraft aus auf einen ganz heterogenen und gerade auch deswegen so empfänglichen und selbst auch wieder kreativen Schülerkreis von mittlerweile auch altersmäßig verschiedenen Generationen. Der Dank dieses Kreises gilt ihrer akademischen Lehrerin, die auch geduldig manche Dissertation betreut hat.

Aber auch die bis heute andauernden publizistischen Aktivitäten und die mit ihr verbundene Leistung sollen an dieser Stelle mit Dank erwähnt werden: von den Heften des »augenblick« über die immer noch weitergeführte »reihe rot« bis zu unserer 1975 begründeten Zeitschrift »SEMIOSIS« konnte so ein publizistisches Forum mit eigenständigem Profil geschaffen werden.

Udo Bayer | Cornelie Leopold