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Die Semiotik als eine allgemeine Theorie der Zeichen hat in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine zunehmende Bedeutung für alle Wissenschaften, besonders für die Erforschung ihrer Grundlagen, gewonnen. Hier tritt sie durchaus konkurrenzfähig neben der Logik und der Linguistik auf. Unabhängig von dieser wissenschaftstheoretischen Rolle hat sie aber auch Wichtigkeit für die Aspekte der Werbung, der Planung, des Entwerfens, kurz für das grafische und technische Design erlangt. Man spricht heute vom Zeichen-Designer, vom Architektursemiotiker und vom Verkehrssemiotiker.
Tatsächlich beruht der Prozess der Urbanisierung in unserer Zivilisation in starkem Maße auf einer methodisch sicheren und konsequenten Semiotisierung. Viele Mängel in den menschlichen Kommunikations- und Informationssystemen beruhen auf Mängeln der Zeichengebung und des Zeichenverständnisses. Natürlich sind alle sprachlichen und künstlerischen Erzeugnisse des Menschen stets von der Einführung von Zeichen bzw. der Durchführung von Zeichenprozessen abhängig gewesen. Als eine umfassende und selbständige Theorie existiert die Zeichenlehre erst seit den fundamentalen Beiträgen des amerikanischen Logikers, Mathematikers und Philosophen Charles S. Peirce, die in den Jahren 1870 bis 1910 entstanden. Doch erst durch die Arbeit Max Benses und Elisabeth Walthers sowie ihrer Schüler an der Stuttgarter Universität und Hamburger Kunsthochschule kam diese Theorie als Basistheorie vollständig ans Licht und konnte in formaler und methodischer Hinsicht soweit entwickelt werden, dass sie heute eine für alle Zeichenpraktiken grundlegende Theorie geworden ist.
Dieses Buch Max Benses stellt wieder eine Erweiterung der ursprünglichen Basistheorie der Semiotik dar. Insbesondere wurden Idee und Praxis der Zeichenprozesse und Zeichensysteme entwickelt, vor allem zwischen generierenden und degenerierenden, also zwischen Prozessen zunehmender und abnehmender Semiotizität graduierend unterschieden und in einem neuen Schema, dem vollständigen Zeichenkreis und der vollständigen Zeichenmatrix, zusammengefaßt. Zeichenkreis und Zeichenmatrix gestatten ein genaues Studium der Semiosen und Retrosemiosen. Sie dienen einer exakten methodischen Anwendung semiotischer Begriffe einerseits und einer semiotischen Analyse sprachlicher und nicht-sprachlicher Zeichensysteme andererseits. Das Buch soll darüber hinaus besonders die Zusammenhänge zwischen Semiotik und Mathematik, Semiotik und Ästhetik, Semiotik und Verhalten in einem allgemeinen Sinne herstellen. So wird neben der reinen semiotischen Theorie die semiotische Pragmatik eingeführt.
INHALT
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Vorbemerkung
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7
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Einleitung über die allgemeine Rolle der Semiotik
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11
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Die abstrakte Konzeption des Zeichens
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35
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Einige einführende Gesichtspunkte
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39
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Subzeichenklassen und Zeichenklassen
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45
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Ergänzende allgemeine Zeichenbegriffe
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50
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Superisationen
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54
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Semiotik und Kybernetik
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58
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Offene, geschlossene und vollständige Zeichen
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64
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Zum Begriff des semiotischen Raums
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69
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Zeichenbereiche, Präzeichen und Zeichensysteme
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73
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Umrisse einer kombinatorischen Semiotik
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76
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Der Zusammenhang der Zeichen in Zeichensystemen
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78
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Die triadische Zeichenrelation als Repräsentationsschema
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82
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Stellenwert gewisser Subzeichen im Zeichenkreis
Semiotische Erkenntnistheorie
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88
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Der pragmatische Übergang von der virtuellen
zur effektiven Zeichenrelation
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Die zeichenerzeugenden Umgebungssysteme
und ihre pragmatischen Retrosemiosen
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97
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Fundamentale zeichenexterne und zeicheninterne Semiosen
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100
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54 Beispiele für dyadische Kombinationen
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106
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Semiotische Pragmatik und dyadische Retrosemiosen
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109
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Realitätszusammenhänge und
Begründungszusammenhänge
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119
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Die semiotische Konzeption des »Verhaltens«
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122
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Semiotische Grundlagen der Designtheorie
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125
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Bemerkungen zu einer semiotischen Theorie
der Entstehung der Kunst
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131
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Semiotische Ästhetik und ihre Semiosen
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135
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Mathematik und Semiotik.
Die semiotische Legitimierung mathematischer
Grundlagen und Prozesse
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148
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Literaturverzeichnis
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178
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Namenregister
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187
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Sachregister
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189
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