|
Die Festschrift, herausgegeben von Elisabeth Walther-Bense und Udo Bayer, erschien mit Text- und Bildbeiträgen von 71 Gratulanten zum 80. Geburtstag Max Benses in einer Auflage von 1000 Exemplaren.
INHALT
|
Elisabeth Walther/
Udo Bayer
|

|
Vorwort
|

|
5
|
|
Jan Peter Tripp
|
|
Max Bense in gehobener Stellung
|
|
7
|
|
Volker Merz
|
|
Zum 80. Geburtstag
|
|
8
|
|
Felix von Cube
|
|
Max Benses Anstoß zur Entideologisierung der Pädagogik
|
|
10
|
|
Francis Schwanauer
|
|
Brief
|
|
15
|
|
Rul Gunzenhäuser
|
|
Max Bense: Wegbereiter für eine moderne Informatik-Bildung
|
|
16
|
|
Armin und Barbara Mehling
|
|
Max Bense zum 80. Geburtstag am 7. Februar 1990
|
|
20
|
|
Elisabeth Böhm
|
|
Die Vermittlung der Semiotik
|
|
22
|
|
Marlis Gerhardt
|
|
Augenblicke
|
|
25
|
|
Helmut Kreuzer
|
|
Intellektueller und Poet: Max Bense. Zwei Vorschläge
|
|
28
|
|
Max Bill
|
|
Vivat
|
|
35
|
|
Georg Bense
|
|
Hans bittet zu Fisch
|
|
36
|
|
Daniel Proctor
|
|
Unser Wegweiser
|
|
40
|
|
Klaus Oehler
|
|
Peirce oder Habermas?
|
|
42
|
|
Günter Neusel
|
|
SRπc2
|
|
48
|
|
Hanna Buczyńska-Garewicz
|
|
Peirce’s Antisubjectivism and Logic
|
|
49
|
|
Dinkar Magadum
|
|
Peirce und seine Vorstellung von Raum
|
|
53
|
|
Abraham A. Moles
|
|
La technique : une philosophie de l’existence
|
|
60
|
|
Paul und Karin Wunderlich
|
|
ad multos annos!
|
|
67
|
|
Doll Zillmann
|
|
Unterhaltende Ungewißheit
|
|
68
|
|
Susanne Jakob
|
|
Schreiben – heißt konkret sein
|
|
76
|
|
Angelika Jakob
|
|
Condor Fabel-haft
|
|
79
|
|
Gérard Deledalle
|
|
L’altérité
|
|
80
|
|
Jorge Bogarin
|
|
Zeichen und Sein: Semiotik als Ontologie und ontologisches Kriterium
|
|
87
|
|
Manfred Mohr
|
|
Computer-Grafik
|
|
95
|
|
Regina Claussen
|
|
Zeichen und Ideologie – Vom ideologiekritischen Wert der Rhetorik
|
|
96
|
|
Alfred Toth
|
|
sème – acte sémique – sémie. Ansätze eines triadischen Zeichenmodells in der semiologie Eric Buyssens
|
|
104
|
|
Armin Sandig
|
|
Max Bense zum 80. gewidmet
|
|
117
|
|
Udo Bayer
|
|
»Der Zipfel einer Welt« – Übergänge zwischen Objektthematik und ästhetischer Eigenrealität
|
|
118
|
|
Karl Gfesser
|
|
Bemerkungen zum »Zeichenband«
|
|
129
|
|
Angelika H. Karger
|
|
Der Kreativitätsbegriff in der Theoretischen Semiotik
|
|
142
|
|
Ertekin Arin
|
|
Die semiotische Expression und graduelle Expressivität des Objekt- und Raum-Zeichens
|
|
153
|
|
Wolfgang Kiwus
|
|
Computer-Grafiken
|
|
162
|
|
Cornelie Leopold
|
|
Anmerkungen zum Dualitätsprinzip in Geometrie und Semiotik
|
|
165
|
|
Georg Nees
|
|
Technische Deixis und Max Benses Grund-Geometrie
|
|
178
|
|
Anton Stankowski
|
|
Fünfer Code
|
|
188
|
|
Erwin Bücken
|
|
Der Groß-Kophta
|
|
194
|
|
Maria Heyer-Loos
|
|
Spuren einer Landschaft
|
|
201
|
|
Herbert Franke
|
|
Max Bense – ein Verführer zum Denken
|
|
202
|
|
Manfred Rommel
|
|
Bemerkungen zu Prof. Max Bense
|
|
207
|
|
Eva Bense
|
|
ach, da fällt ein Blatt …
|
|
209
|
|
Karel Trinkewitz
|
|
Max Bense – der Mann an den ich denke
|
|
210
|
|
Rosemarie und Fried Alstaedter
|
|
Unsere erste Begegnung mit Max Bense
|
|
214
|
|
Jens-Peter Mardersteig
|
|
Hommage
|
|
217
|
|
Thomas G. Winner
|
|
Die tschechische Avantgarde der zwanziger und dreißiger Jahre und der Prager Linguistenkreis
|
|
224
|
|
Ludwig Harig
|
|
Im geheimen ein Spiel. Poesie und Mathematik
|
|
240
|
|
Reinhard Döhl
|
|
Von der Alphabetisierung der Kunst
|
|
250
|
|
Gabriele Kübler
|
|
Das konkrete ABC
|
|
264
|
|
François Morellet
|
|
Joyeux anniversaire à Max Bense
|
|
267
|
|
Harry Walter
|
|
Die Ordnung der Dinge
|
|
268
|
|
Ilse Walther-Dulk
|
|
Die schöne Bauchtänzerin oder: Un amour de Gustave Flaubert et d’Albert Dulk
|
|
269
|
|
Janice Deledalle Rhodes
|
|
Herbert Spencer, W.S. Blunt et Muhammad ’Abduh : une note sur la circulation des idées
|
|
281
|
|
M. Drea
|
|
Ein Schiff für Max Bense
|
|
288
|
|
Heinrich Dilly
|
|
Die Künstler der Kunsthistoriker
|
|
290
|
|
Manfred Esser
|
|
An Max Benses Schwarze Tafel
|
|
298
|
|
Wolfgang Berger
|
|
Neun Bemerkungen aus meinem Sudelbuch
|
|
299
|
|
Almir Mavignier
|
|
Plakat
|
|
303
|
|
Matthias Götz
|
|
Wo ist der Ausgang? Wenn Bilder Auskunft geben: Piktogramme
|
|
304
|
|
Hans Brög
|
|
Artifizielle Annäherung an die Natur
|
|
315
|
|
Heinz Spielmann
|
|
Platonismus und ungegenständliche Malerei – ein Hinweis
|
|
321
|
|
Helmut Heißenbüttel
|
|
Geburtstagsgruß
|
|
328
|
|
Barbara Wörwag
|
|
Zur »Eigenrealität« der Drip-Paintings von Jackson Pollock
|
|
330
|
|
Barbara Wichelhaus
|
|
Die »Outsider«-Kinderzeichnung – Einige semiotische Anmerkungen
|
|
339
|
|
Herbert Heyer
|
|
Fraktale: mathematische Definition und ästhetische Signifikanz
|
|
347
|
|
Herwarth Röttgen
|
|
Studiengalerie
|
|
362
|
|
Arthur, Carole and Brendan McCauley
|
|
Circle Signs
|
|
363
|
|
Wendelin Niedlich
|
|
Guten Tag Max …
|
|
364
|
VORWORT
Schüler, Freunde und Kollegen gratulieren mit dieser Festschrift Max Bense zum achtzigsten Geburtstag am 7. Februar 1990.
Sie fühlen sich einem Lehrer und Diskussionspartner verpflichtet und verbunden, dessen Weite des Horizonts die traditionellen Disziplinen übergreift und somit ein Phänomen darstellt, das in einem zunehmend spezialisierten Wissenschaftsbetrieb immer seltener wird. Wie es schon in den Festschriften zum sechzigsten, siebzigsten und fünfundsiebzigsten Geburtstag* deutlich wurde, sind die Beiträge dort – und nun auch in diesem Band – unterschiedlich in der Thematik und in den Ausdrucksformen. Es spiegelt sich auch in dieser Festschrift die Verbindung von geisteswissenschaftlich-philosophischem mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Denken, von literarischer mit bildnerischer Gestaltung. Wissenschaftliche Reflexion und künstlerische Produktion ergänzen sich ja auch im Werk Max Benses in einer für einen Hochschullehrer sicher nicht typischen Weise. Neben Physik und Mathematik sah er seit seinen Studienjahren Philosophie und Kunst, insbesondere Literatur und Malerei, als ebenso unerläßlich für die eigene Arbeit an.
Im Gegensatz zum Ordnen und Verwalten fremder Gedanken ist Max Benses kritische und schöpferische Auseinandersetzung mit dem, was andere gedacht haben, ein vorbildliches Beispiel für das Weiterdenken – ein geistiger Prozeß, der nie die Subjektivität des denkenden und bisweilen streitbaren Ichs hinter dem Gedachten zum Verschwinden bringen will. Von der »technischen Existenz« und einem »existentiellen Rationalismus« bis zum »semiotischen Tier« oder dem »Menschen, der selbst ein Zeichen« ist sind die Übergänge in seinem wissenschaftlichen und literarischen Werk leicht nachzuvollziehen. Daß die Mathematik nicht nur für Naturwissenschaft und Philosophie, sondern auch für Ästhetik und Semiotik eine unerläßliche Grundlage bildet, wird sogar in seinen Gedichten spürbar.
Ein Moment der angesprochenen Universalität ist die Förderung moderner experimenteller Literatur und die kritische Auseinandersetzung mit den kulturell-politischen Phänomenen der Nachkriegszeit, die ihren publizistischen Niederschlag in der Zeitschrift »augenblick« fanden, die von ihm von 1955 bis 1960 herausgegeben und in der »reihe rot« (Heft 1-52) fortgesetzt wurde.
Die Festgaben seiner Freunde aus Kunst und Literatur erinnern an einen zweiten großen Wirkungskreis, der seine ästhetischen Vorstellungen betrifft: seine jahrzehntelange Tätigkeit als Förderer und Kritiker von Malern und Bildhauern – insbesondere in der von ihm betreuten Studiengalerie der Universität Stuttgart, wie sie aus den so anregenden Reden zu den Vernissagen noch vielen gegenwärtig sein wird. Galerien und Museen haben von seinen ästhetischen Vorstellungen häufig profitiert. Erinnert sei auch an seinen maßgeblichen Impuls zur Schaffung computergenerierter Grafiken und Texte; denn er hatte sich bereits Ende der fünfziger Jahre für den Ausbau der Kybernetikforschung (heute Informatik) eingesetzt.
Der Schwerpunkt seines wissenschaftlichen Werkes der letzten beiden Jahrzehnte war und ist jedoch die semiotische Forschung auf den Grundlagen der Peirceschen Theorie. Im Entwurf einer möglichst tiefen und umfassenden Fundierung der Aktionen des menschlichen Bewußtseins konvergieren die genannten Disziplinen, die Max Benses intellektueller Horizont schon seit seinen ersten Publikationen in Beziehung setzt – etwa in seiner Dissertation »Quantenmechanik und Daseinsrelativität« von 1938. Seine innovative Weiterentwicklung der Peirceschen Grundgedanken zu einer allgemeinen Zeichenlehre, die er durch Rezeption und Analyse in schöpferischer Synthese zu einem relativ abgeschlossenen System fortzuführen unternahm, umfassen selbstverständlich bewußtseins- und erkenntnistheoretische Probleme. Die Initiative für ein Publikationsforum zur Verbreitung dieser in der Entfaltung begriffenen theoretischen Semiotik, nämlich die internationale Zeitschrift für Semiotik und Ästhetik, SEMIOSIS, ging 1975 im wesentlichen von ihm aus und wurde zum Sprachrohr vieler Kollegen und Schüler in aller Welt.
Max Bense hat den hier kurz geschilderten Begriff von Wissenschaft nicht nur als Forscher in seinem eigenen Werk realisiert, sondern als Lehrer auch dem heterogenen Kreis seiner Schüler zu vermitteln gewußt, wie es die Vielfalt der Beiträge dieses Bandes auch deutlich macht. So gelten Dank und Glückwunsch gleichermaßen dem Forscher, Lehrer und Organisator, dem Freund und Kollegen.
Stuttgart, Dezember 1989 Elisabeth Walther-Bense
Udo Bayer
* Muster möglicher Welten, Wiesbaden 1970; Semiosis 17/18 (1980); Semiosis 36/37/38 und 39/40 (1985).
|